Vogelbauer

 

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Der Vogelbauernhof in Balgheim

Dorfstraße 16

(früher Hs.-Nr. 42)

Der Vogelbauernhof in Balgheim gehörte grundherrschaftlich bis 1806 zur „Geistlichen Stipendiatenstiftung“ der Freien Reichsstadt Nördlingen. Auf diese Zugehörigkeit geht auch das nördlingische Wappen in der Giebelspitze des Wohnhauses zurück. Die Feldgröße des Hofes wird in den alten Güterbeschreibungen mit 36 ¼ oettingischen Morgen Acker und Wiesen angegeben. Das entspricht 58 bayerischen Tagwerk Feldern (= 19,3 Hektar).

Der Hausname „Vogelbauer“ dürfte sich wohl vom Familiennamen Vogelgsang ableiten. Die landläufige Meinung, der Name stamme von dem Reichsadler am Giebel ist weniger einleuchtend.

Die Besitzerreihe erschließt sich aus den Archivalien im Stadtarchiv Nördlingen. Leider sind in der Häusergeschichte von Altbürgermeister Friedrich Göttler (abgedruckt in „Die Chronik von Balgheim – 1997“) die frühen Besitzer dieses Hofes falsch zugeordnet. Nach neueren Forschungen ergibt sich folgende Besitzerreihe:

1594 Hans Winter

1595-1601 Margaretha Winterin

1602 „Der Winterin Erben“

1603-1614 Martin Eberhard (Schwiegersohn)

1628 Melchior Lendabauer

1630-1633 Caspar Dantzer

1634 Caspar Dantzers Witwe

1649-1670 Caspar Vogelgsang (er erscheint bereits ab 1645 in den Kirchenbüchern von Nördlingen)

1671-1683 Daniel Vogelgsang (Sohn) und Maria geb. Eberhard

1684-1720 Caspar Schön (hat die Witwe geheiratet)

1720-1756 Johannes Metzger (Sohn – von Appetshofen), Vogelbauer und Barbara geb. Besel

1756-1794 Joh. Caspar Metzger (Sohn) und Anna Margaretha geb. Bosch

1794-1852 Joh. Melchior Metzger (Sohn) und Eva geb. Bergdolt

1852-1890 Heinrich Metzger (Enkel, vh. 1857 mit Barbara Schurrer)

1890-1933 Kaspar Metzger (Sohn) und Katharina geb. Schurrer

1933-1965 Kaspar Metzger (Sohn) und Maria geb. Wurm

Stadtarchiv Nördlingen:

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnung 1594

Hans Winter zu Balgheim hat einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1595-1601

Margaretha Winterin zu Balgheim hat einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1602

Der Winterin zu Balgheim Erben haben einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1603-1614

Martin Eberhart, der Winterin Tochtermann zu Balgheim hat einen Hof.

(für 1615-1627 sind keine Einträge zu finden)

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1628

Melchior Lendabauer, gibt vom Hof …

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1630-1633

Caspar Dantzer zu Balgheim hat einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1634

Caspar Dantzers Witib zu Balgheim hat einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1649-1670

Caspar Vogelgsang zu Balgheim hat einen Hof. Gibt 2 fl. 42 Kreuzer

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1671-1683

Daniel Vogelgsang zu Balgheim hat einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1684

Daniel Vogelgsangs Witib zu Balgheim hat einen Hof.

Stipendiatenstiftung Geld-Rechnungen 1685

Caspar Schön zu Balgheim hat einen Hof.

Salbuch der Stipendiatenstiftung 1684

Caspar Schön, hat ein Hofgut als Haus, 2 Städel, Garten und Hofreitung neben Abraham Hammerdingers oettingisches Söld und Jerg Dehlingers oett. Hofgut. Äcker im Feld gegen Hahnenberg 10 ½ Morgen im Schmihen 10 ½ Morgen 5 Beth Heuweg 11 ¼ Morgen 3 Beth (die Feldstücke sind genau mit Lage und Angrenzern beschrieben.) Summa 32 ¼ Morgen Acker und 8 Beth Wiesen 4 Tagwerk.

Vermsessungsamt Nördlingen:

Liquidationsprotokoll 1832

Eva, Melchior Metzgers Witwe.

Der ganze Vogelbauernhof. Dazu gehören 52 Tagwerk Äcker und 6 Tagwerk Wiesen. Eva Metzgers Mann Melchior hat den Hof 1794 vom Vater Kaspar Metzger übernommen.

 

Der Vogelbauer – Nutzungskonzept

Das Anwesen „Beim Vogelbauer“ liegt in der Mitte Balgheims und ist ein Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert.

Das Besondere an ihm ist, dass seine ursprüngliche Form und die Raumaufteilung noch weitgehend original erhalten sind. Auch die Inneneinrichtung und die Möbel sind zum Teil seit Jahrzehnten unverändert vorhanden. Dies ist im Ries und in Nordschwaben einzigartig, da es kaum ein anderes Objekt gibt, das so gut konserviert ist und auch von den Eigentümern zur Verfügung gestellt wird.

Unser Ziel ist eine denkmalverträgliche Nutzung, welche die historische Bausubstanz in hohem Maße respektiert und bewahrt.

Zugleich wollen wir aber kein rein museales Schaustück schaffen, sondern einen Ort, der in einem lebendigen Dialog mit der Gegenwart steht.

Der „Vogelbauer“ soll eine Verbindung zwischen Historie, Gegenwart und Zukunft repräsentieren und dabei eine kulturelle wie wirtschaftliche Nutzung anbieten.

Dabei sollen die geschichtsträchtigen Motive aufgegriffen und mit folgender Nutzungskonzeption dem „Vogelbauer“ zu einer neuen Blütezeit verhelfen:

Vor allem unseren Kindern und Jugendlichen wollen wir hier die Möglichkeitbieten, Geschichte zu erfahren, zu erleben und zu leben.

In den Bereichen Musik und Sport soll das Anwesen, vor allem der Stadel, ganzjährig genutzt werden:

Das „Vogelbauer-Anwesen“ soll allen Menschen jeder Generation offen zugänglich sein und den ländlichen Raum kulturell beleben. Dabei wird das Angebot durch die bereits vorhandene Station des Planetenwegs ergänzt.

Der „Vogelbauer“ erfüllt alle Kriterien, die eine sinnvolle Nutzung des Anwesens erfordern. So erreichen wir historische, kulturelle sowie wirtschaftliche Synergieeffekte in einer attraktiven Umgebung!

Das „Vogelbauer-Anwesen“ in Balgheim – eine Chance für das Ries!

 

Bildergalerie „Vogelbauer-Anwesen“

Wohnhaus und Stall mit unveränderter Dachlandschaft

    

Türstock Wohnzimmer                         Doppeltürstock Schlafzimmer/Gang

Küche

Wohnzimmer

Schlafzimmer

Dachstuhl Wohnhaus mit Andreaskreuzen

Stallgebäude mit Kappendecke

Stadel mit Toreinfassungen aus Suevit

Reichsadler

 

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